das Leben mit Gott

4 Okt

Das Leben mit Gott

 

 

Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und die Mutter und die Frau und die Kinder und die Brüder und die Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben, so kann er nicht mein Jünger sein; und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachkommt, kann nicht mein Jünger sein. […]

So kann nun keiner von euch, der nicht allem entsagt, was er hat, mein Jünger sein

 

Harte Worte. Nachfolge ist sterben. Sein Leben verlieren, um es zu gewinnen1.

Wer Offenbarung bekommen hat, dass er wirklich verloren ist, dass er Sünder ist und das nichts was er tut, etwas an diesem Status verändern kann, hat Erkenntnis über sich erlangt und ihr zugestimmt. Die Menschheit ist gefallen und sie kann nichts tun, um sich zu retten. Sie ist bitterlich auf Hilfe von außen angewiesen. Ihr muss Gnade erwiesen werden. Sie kann nicht vor dem bestehen, der die Liebe ist, der vollkommen ist und der der gerechte Richter ist.

Aber er erbarmt sich über uns. Er ist gerecht und sühnt Ungerechtigkeit, aber er liebt diese Welt, mich und dich leidenschaftlich. Deswegen hat er einen fantastischen Plan ausgeführt. Er hat eine Vision und er hat seine Mission erfüllt. Suchen, finden und retten, was verloren ist.

Sich selbst als Opfer, als Lösegeld für unseren Sünden zu geben. Er schenkt uns Gerechtigkeit. Jawohl, er schenkt sie uns. Der gerechte Gott, der erkennt, dass wir nicht gerecht sind, nimmt die Konsequenz dieser Realität auf sich und schenkt uns seinen Status: Gerechtigkeit. Der Unfehlbare wird zum Sündenbock und als Folge dessen werden: Verlorene zu Kindern, Versager zu Helden und Ungerechte zu Gerechten. Blutverschmierte werden reingewaschen. Allein aus Gnaden. Aus Liebe. Zu dir und zu mir.

 

Nun, wer sein Vertrauen auf das Kreuz richtet, wird errettet werden, wie uns Gott eindeutig sagt.

 

[…] dass, wenn du mit deinem Mund Jesus als Herrn bekennen und in deinem Herzen glauben wirst, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, du errettet werden wirst. Denn mit dem Herzen wird geglaubt zur Gerechtigkeit, und mit dem Mund wird bekannt zum Heil. Denn die Schrift sagt: `Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden. Röm 10,9-11

Mit diesem Schritt beginnt ein Weg. Ein Leben. Hier beginnt Nachfolge. Jüngerschaft.

Ja und wir erinnern uns: […] und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachkommt, kann nicht mein Jünger sein. […] So kann nun keiner von euch, der nicht allem entsagt, was er hat, mein Jünger sein.

Allem entsagen. Was heißt das ? Es hat wohl viele Aspekte und das Wichtigste ist wahrscheinlich, dass wir verstehen, dass es weniger mit einer Checkliste zu tun hat, die wir abarbeiten müssen, als mit einer Herzenshaltung, die Jesus hier einfordert. Also nicht: Auto verkaufen, neuen Schuhe verschenken, Knäckebrot einkaufen und Wein in Wasser verwandeln bitte nicht vergessen. Nein, darum geht es nicht.

Aber um was dann ? Schauen wir uns das mal genauer an.

Allem entsagen beginnt mit dem was wir gerade gelesen haben. Gerechtigkeit aus eigenen Werken entsagen. Der menschliche Trieb selber gut zu sein, gerecht zu sein wird durch das Kreuz jäh herausgefordert. Gerecht aus Gnaden. Umsonst.

Dafür haben wir uns entschieden. Das muss man zulassen.

Hier geht es gleich weiter. Damit nehme ich auch an, dass Gott mich liebt. Einfach so. Ohne Werke, ohne Gut Sein, ohne alles richtig machen. Er liebt mich. Einfach so. Er hat mich gesucht, gefunden und mir das Beste was er hat, angeboten. Seinen Sohn. Umsonst. Weil er mich liebt. Ja, mich.

Hm. Mein natürlicher Drang etwas dazuzutun ist hier einfach nicht angebracht. Nicht, dass es nicht sichtbare Auswirkungen auf mein Leben haben wird und soll. Doch, doch, aber Fakt ist, dass er voll auf begeistert ist von mir. Jetzt schon. Das ist leicht zu lesen, aber gar nicht so leicht zu leben.

Dann gibt es da diese Tatsache, dass ich doch merke, dass ich aber nicht perfekt bin. Da gibt es Kanten und Ecken, die bestätigen mir scheinbar, dass doch nicht alles im Lot ist. Da gibt es oft Fehler, wie ich Sachen mach oder nicht mach und sie alle scheinen mir eine Botschaft zu senden: Hi Chris. Du bist nicht perfekt, also nicht gerecht. Vergiss es nicht.

Aber er verspricht mir, dass ich gerecht gemacht bin. Aus Glauben an sein Werk, nicht aus Dingen, die ich tu oder nicht tu2. Also muss ich diesen Empfindungen wohl entsagen. Ich soll mich ganz auf ihn und seine Beurteilung einlassen. Gar nicht so einfach.

Aber es geht weiter, hier ist noch lange nicht Schluss.

Er sagt mir, dass mein Wert darin besteht, dass er mich gemacht hat, dass er mich kennt3, er besteht nicht in meinen neuen hippen Schuhen, nicht in meiner Karriere, nicht in meinem alternativ sein, nicht in meinem links, rechts, grün sein und er verschwindet auch nicht, weil ich etwas nicht schaffe oder wieder nicht schaffe oder sowieso ein Versager bin. Ich bin wichtig, nicht weil ich so schlau, schön oder gestählt bin. Sondern, weil er sagt, dass ich wichtig bin. Deswegen bin ich auch nicht unwichtig oder übersehbar oder ersetzbar, wenn ich das Gefühl habe, ich sei weder schlau, noch schön, geschweige denn gestählt.

Geliebt und gerecht nicht weil ich alles richtig mache. Wichtig nicht, weil ich Mr. Hipp bin.

Und dann verspricht er auch noch mich zu segnen. Nicht, weil ich mich so anstrenge und mal wieder keinen Fehler gemacht habe (Haha), sondern, weil er es beschlossen hat … Genau: aus Liebe !

Es gibt so viele scheinbare Wahrheiten. Wahrheiten, nach denen wir leben. Wahrheiten, die unser Leben bestimmen und lenken. Jemand der Einsamkeit kennt, fühlt sich vielleicht nur geliebt und geborgen, wenn er oder sie einen Partner hat. Ein anderer fühlt sich nur sicher, wenn er genug Geld und einen guten Job hat. Die Kinder sind nur sicher, wenn sie die beste Ausbildung, das beste Start-Up mitbekommen, dass man sich vorstellen kann.

Wieder ein anderer ist überzeugt, dass sein Leben ohne die ein oder andere Sache sehr langweilig wäre. Ein Leben ohne freien Sex, ohne Exzess, Party oder was auch immer kann nicht erfüllend sein.

Ja, es geht nicht um eine Checkliste. Es geht um Vertrauen. Wer Jesus gefunden hat ist der Liebe begegnet. Jesus ist Retter und Herr. Er rettet und vor ewiger Verdammnis. Aber er rettet uns auch vor nichtigem Leben hier und jetzt.

Er verspricht echtes, sattes Leben. Leben im Überfluss4. Dazu befreit er uns. Damit diese Befreiung aber funktioniert und wir dort ankommen, wo es dieses echte Leben gibt, muss er eins gleich zu Anfang klarstellen. Er ist der Wegführer. Er war oft hier, er kennt den Weg, die Gefahren, die Täuschungen. Er weiss um die Fallen und die Strategien, wie wir ihnen zum Opfer fallen sollen. Deswegen braucht er das Mandat, Wegführer zu sein. Herr und Retter. Durch sein in unser Leben treten hat er bewiesen, dass er vertrauenswürdig ist. Immerhin hat er sich schon schlagen, töten und verspotten lassen, bevor wir überhaupt von ihm wussten. Nun kommt er und bietet mir sattes Leben an. Zu seinen Konditionen. Die Konditionen dessen der Liebe ist. Er kennt den Weg. Er weiss was sättigt und was nicht. Er weiss was echt ist und was Täuschung. Aber wir oft nicht. Wir sind zulange Teil des Systems gewesen. Der Weg ist nebelig, manchmal dunkel und verschlungen. Die Fallen kaum zu sehen oder sehr sehr einladend. Wir brauchen einen Führer. Jemand der den Weg kennt. Den haben wir. Er braucht mein Vertrauen, dann kommen wir beide an.

Das heisst, ich muss meiner Weisheit, Unabhängigkeit, meiner Wahrnehmung der Dinge entsagen. Ich muss zulassen, dass er mir sagt, dass dieses oder jenes so nicht stimmt. Dass es nicht halten wird, was es verspricht. Ich muss zulassen, dass er mich aus Umständen, Beziehungen, Wünschen, Träumen, Ideen, fertigen Plänen herausruft. Aua. Das ist schon wieder leicht zu lesen, aber manchmal gar nicht einfach zu leben.

Wer ihm nachkommen will, wer das Leben will, dass er anbietet, muss allem entsagen und sich ihm vertrauensvoll ausliefern. Keiner wird es bereuen.

 

1LK 17,33

2Röm 3,28

3z.B. Psalm 139

4Joh 10,10

No comments yet

Leave a Reply