der Herr der Ernte ruft

4 Okt

Der Herr der Ernte ruft | Lukas 10

 

In den Versen davor und am Ende des Kapitels, nutzt Lukas den Namen Jesus. In diesem Kontext jedoch spricht er vom Herrn.

Der Herr bestimmte siebzig andere […] Die Ernte zwar ist groß, die Arbeiter sind wenige. Bittet nun den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter aussende in seine Ernte.“1

 

Interessant ist hier das Wort „aussende“,

griech. Ekbalo. Es ist das gleiche Wort, das für austreiben eines bösen Geistes benutzt wird. Es hat also etwas sehr energisches, etwas bestimmtes, es ist die Reaktion auf eine vollmächtige Autorität. Jesus spricht und treibt böse Geister aus, in der gleichen Vollmacht, sendet er Menschen in die Ernte.

Thayer beschreibt, ekbalo: dafür sorgen, dass eine Sache sich direkt auf ihr angedachtes Ziel zubewegt. 2

 

Der Herr hat ein klares Ziel.

Jesus wird hier als Autoritätsperson herausgestellt. Er hat ein klares Ziel, das er verfolgt. Er tut, was er den Vater tun sieht.3 Geht, seid Arbeiter in meiner Ernte, „heilt Kranke … und sprecht zu ihnen: Das Reich Gottes ist nahe zu euch gekommen.“4

Gott will sein Reich verkündet, ausgebreitet und vor allem demonstriert sehen. Demonstriert meine Liebe. Menschen sollen sehen, dass Gott da ist, nah ist und Anteil nimmt. Sein Reich ist nahe und will erlebt und erfahren werden. Greifbar gemacht werden durch Menschen.

 

In dieser konkreten Stelle wird auch ein anderes Prinzip offenbar.

Die Siebzig standen ihm wohl zur Verfügung, waren bereit seinen Willen zu tun. Sie hatten sich bewährt, waren mit ihm unterwegs. Sie haben sich als treu erwiesen, als mögliche Multiplikatoren. Er wird sie gebrauchen, sie dürfen teilhaben an diesem größten Abenteuer des Menschheitsgeschichte. Aber das reicht nicht. Die Ernte ist größer, es braucht mehr Arbeiter.

Er ruft sie ins Gebet und benutzt sie um das Gebet zu beantworten. „Geht hin ! Siehe ich sende euch …“5.

 

Aber diese nächste Ernte ist wohl auch eine Ernte der Arbeiter.

Diese Menschen, die das Königreich erleben, den König kennen lernen, sollen sich auch bewähren, um wieder Gesandte an Jesus statt zu werden.6 Die Ernte ist einfach soviel größer. Bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter aussende in seine Ernte. Aussenden (ekbalo). Hinausschleudern, wenn notwendig in die Ernte hineintreiben.

 

Kennen wir das nicht alle.

Manchmal brauchen wir es etwas deutlicher. Miri und ich sitzen manchmal gemütlich abends auf unserer schönen Couch, eine schöne, wirklich angenehme Couch. Der Tag war voll, unsere kleine süße Tochter schläft endlich. Oder sie schläft noch nicht, aber sie erzählt für sich noch ein wenig, oder sie singt. Wie auch immer: wir haben Feierabend. Und da sitzen wir eben nun. Gemütlich, zu zweit. Wir schauen Fernsehen oder lesen, mal ein Heft, oft etwas im Netz. Vielleicht erzählen wir auch. Feierabend eben. Aber manchmal spüren wir, dass wir hier nicht so sitzen sollten. Das eigentlich noch nicht Feierabend ist. Wir sind aufgewühlt. Da ist noch was. Mittlerweile kennen wir seine Stimme.

Wir mögen diese Stimme, wir vertrauen ihm. Aber es ist einfach so gemütlich. Aber sein Rufen ist nicht zu überhören. Meistens ruft er uns so ins Gebet. Wir beten gerne, danach fühlt man sich frisch und aufgetankt. Ich weiß das ja. Aber es ist einfach so gemütlich, außerdem ist die Fernsehsendung so gut. Nein eigentlich ist sie so besonders auch nicht. Aber das Gesamtpaket ruft nach Entspannung.

 

Aber, wenn wir genau hinhören

und hinfühlen, dann ist es nicht zu überhören. Der Herr der Ernte ruft.

Manchmal ist unser Leben einfach gemütlich, wie es eben gerade so ist. Es läuft, ist vielleicht endlich alles eingespielt. Kein unbedingter Handlungsbedarf. Es ist gut, wie es ist.

Und doch gibt es Zeiten, wo der Herr der Ernte ruft.

Wo er uns wecken und zu uns sprechen möchte. Vielleicht möchte er uns senden, uns Neues zeigen. Vielleicht sieht der Herr Notwendigkeit für Veränderung, wo ich es gemütlich oder einfach nett finde. Manchmal muss er uns in unser Glück hineintreiben, hineinschleudern. Aber das bringt allen was. Mir, Ihm und Anderen.

Das will ich auch. Ich will seinen Willen tun. Ich will das satte Leben, dass er hat. Ich will das Abenteuer. Auf zu neuen Ufern. Dein Wille geschehe. Sende mich, wecke mich. Sprich zu mir. Ja sprich zu mir.

Ich bete das für mich, für unser Team und unsere Gemeinde. Papa sende uns, wenn notwendig schleudere uns hinaus. Wecke uns, wo wir schlafen. Wir wollen die Zeit nutzen.

1Lk 10, 1-2.

2The Word Bibelprogramm Thayers griechische Worterklärungen.

3Joh 5,19.

4Lk 10,9.

5Lk 10,3

62Kor 5,20

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