Basics über den Glauben

4 Okt

Über den Glauben

Hebr 11,1

Der Glaube aber ist eine Verwirklichung dessen, was man hofft, ein Überführtsein von Dingen, die man nicht sieht.

Eine Hoffnung wird verwirklicht, es ist ein Überzeugtsein von Dingen , die man nicht sieht. Der Prozess ist ein Weg, durch erneutes Denken, durch Hören von Gottes Wort und seinen Zusagen entsteht in uns Hoffnung. Wir erkennen, dass es Gott wohl möglich ist bestimmte Dinge zu tun, dass er fähig ist, allgemein auch willig dieses oder jenes zu tun. Abraham erstarkte im Glauben, indem er Gott die Ehre gab, dass er fähig wäre, das zu tun, was er verheißen habe Er wurde nicht schwach im Glauben, er zweifelte nicht durch Unglauben. Er hat die Verheißungen festgehalten, sie sich vor Augen geführt.

Die Schrift gerade in Hebräer 11 spricht viel von den Glaubenshelden. Was eindeutig sichtbar wird, ist dass der Glaube sich, so er denn echt ist manifestieren muss. Er kann nicht untätig bleiben. Er wird handeln müssen, so zog Abraham aus, als Gott ihn rief, Rahab versteckte die Botschafter.

Rahab erkannte, dass der Gott Israels mächtiger war als ihr Gott, dass ihre Stadt verloren war. Hier ist die Motivation nicht glorreich oder heldenhaft, aber eindeutig. Sie erkennt eine Tatsache als wahr an und handelt dementsprechend. Sie solidarisiert sich mit den Feinden. Das nennt die Bibel dann nicht Heuchelei, sondern Glauben, der nebenbei noch gerecht macht und sie im neuen Bund zur Heldin befördert. Sie glaubte, dass der Gott Israels, stärker war. Wer hat, dem wird gegeben werden. Motivation sehr ungeistlich, aber echt. Sie erlebt die Frucht. Wow.

Glauben ehrt Gott. Glauben in sein Wesen, seine Stärke, seine Souveränität, seine Güte, sein Erbarmen, seine Vollmacht, seine Treue, was auch immer, ihm vertrauen, ehrt ihn.

Wie sensibel und liebevoll muss unser König sein, wie bedürftig nach unserer Liebe muss der sein, dessen Herz schmilzt, wenn er Vertrauen entdeckt.

David sagt in Psalm 32: Glücklich der, dem Übertretung vergeben, dem Sünde zugedeckt ist!Glücklich der Mensch, dem der HERR die Schuld nicht zurechnet und in dessen Geist kein Trug ist!

Unfassbar, das Vertrauen in seine Güte, bewegt ihn mehr, als alle vermeintliche Unfehlbarkeit und Vollkommenheit. Wer hat, dem wird gegeben werden.

Gleichzeitig ist er so fest in seinem Wesen, ruht er so in sich, dass er sich nicht verteidigt, wo er falsch dargestellt, falsch interpretiert wird. Dort wo Menschen ihn verantwortlich machen, für Dinge, die ihm nicht zuzurechnen sind oder außerhalb seiner Verantwortung liegen.

Er prostituiert sich nicht, sondern er wartet auf Liebhaber, die ihn suchen, ihn kennenlernen wollen, sich auf die Suche machen nach ihm. Liebhabern, die bei Rückschlägen dranbleiben, auf der Suche nach seinem Herz, seinem Wesen. Er, der sich ununterbrochen in der Schrift offenbart und seinen Charakter demonstriert, wird doch permanent verkannt und mißgedeutet. Ein hungriges Herz, ein Herz, dass den Liebhaber sucht, dass ihn kennen möchte, dem wird er sich offenbaren, den nimmt er mit auf eine Reise. Sein wunderbarer Heiliger Geist schließt die Tiefen seines Wesens auf und zeigt uns, wie er wirklich ist, durch die Zeilen hindurch, zeugt die Schrift von ihm allein. Wer hat, dem wird gegeben werden. So gehen wir von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, von Gnade zu Gnade. Wie unverschämt für manchen.

Der Geliebte, Begnadigte, dem wird immer mehr zuteil. Der Machende, Selbstgerechte, Angstvolle verliert immer mehr. Verlust der Freude, des Friedens, der Gesundheit, des Materiellen. Wer hat dem wird gegeben werden.

Aus Hoffnung wird Glauben. Dieser Schritt ist unerlässlich. Die wachsende Hoffnung wird zur inneren Realität, dass es sich tatsächlich so verhält. Ja, er heilt, er versorgt, nicht nur ausreichend, sondern im Überfluss. Ja, er schenkt all die Tugenden, ja alles was ich zum Leben und zur Gottseligkeit brauche. Das Innere überwiegt. In uns ist eine Überführung, ein Überzeugtsein. Das ist lebendig. Das muss Werke nach sich ziehen. Ob ich nun Kundschafter verstecke, Dächer abdecke, um meinen Freund herabzulassen, mich durch die Volksmenge dränge, um ihn zu berühren, ob ich als römischer Hauptmann Almosen gebe, ob ich die Reise buche, ob ich meinen Vater und die Boote verlasse, um ihn zu folgen. Ganz gleich wie mein Werk, meine Tat aussieht. Sie ist die unabdingbare Konsequenz des Glaubens. Echter Glaube muss handeln.

Umgekehrt ist nicht jedes Handeln aus Glauben geboren. So mag man auch versucht sein, zu handeln, obwohl, das Innere, voller Ungewissheit, voller Zweifel ist. Hoffnung mag vorhanden sein, aber keine Gewissheit. Das ist nun aber kein Glaube und bewirkt in der Regel auch nicht die gewünschten Resultate. Denn nicht Hoffnung mit einem Handeln angereichert bringt Ergebnisse. Sondern Glaube. Echter Glaube jedoch wird handeln.

Hier ist Ehrlichkeit gefordert. Man muss sich selbst eingestehen, was in einem vorgeht. Bin ich voller theoretischer Bejahung eines Sachverhalts, also zum Beispiel, dass Gott heilt, versorgt? Dann ist das Gefühl wohl in jener Art zu beschreiben: Gott kann definitiv heute heilen, aber ich weiß nicht genau, ob er es an mir in dieser konkreten Situation tut. Hier wäre zum Beispiel ein Verzicht auf Medikamente, meiner Meinung nach Torheit. Die Tat wäre ein sichtbares Zeichen für etwas, dass ich nicht glaube, sondern im besten Fall nur hoffe, also allgemein bejahe.

Dem gegenüber ist der aus Hoffnung gewachsene Glaube, durch Meditation über sein Wort und sein Wesen. Auch hier war oben genanntes eine unabdingbare Etappe.

Ich gehe konkret so vor, dass ich wohl weiß, wo ich “nur” hoffe und bitte, um weitere Offenbarung, Erkenntnis und Führung. Dann geschieht es, dass in meinem Innersten eine Gewissheit wächst und bleibt. Wenn ich nun weiß, dass es sich tatsächlich so verhält, durch Gottes allgemeines Wort, durch sein Zeugnis in meinem Innersten, dann folgt meist, das Bedürfnis dieser Realität Ausdruck zu verleihen. Dieses Ausdruckverleihen, dieses Werk mag so vielfältig sein, wie Gott uns auch geschaffen hat. Das ist das Werk, dass bescheinigt, dass der Glaube lebendig ist, ganz praktisch ihn aber auch lebendig macht, also wirksam macht.

Jak 2,17

So ist auch der Glaube, wenn er keine Werke hat, in sich selbst tot.

Jakobus benutzt einen sehr interessanten Vergleich. Wenn jemand bedürftig ist und Kleidung braucht und wir sprechen: Friede dir, geh hin und wärm dich, geben der Person aber nicht das was sie braucht, was nützt es dann?

Also konkret: Was nützt es, wenn ein Mangel vorhanden ist und ich spreche, Frieden in die Situation und wohlgemeinten Rat, verändere aber die Situation nicht? Was nützt es?

Hier ist bestimmt ein praktisch, diakonisches Verhalten ableitbar, was in der Auslegung und Interpretation dieser Stelle wohl Standard ist. Sprich ein Gläubiger muss an die Armen denken. Richtig.

Aber spricht diese Stelle im Kontext nicht von Glauben? Die Brücke zum Glauben wird ja gleich im nächsten Vers geschlagen und mit den Glaubenshelden Abraham und Rahab verbunden.

Was nützt es, meine Brüder, wenn jemand sagt, er habe Glauben, hat aber keine Werke? Kann etwa der Glaube ihn erretten? Wenn aber ein Bruder oder eine Schwester dürftig gekleidet ist und der täglichen Nahrung entbehrt, aber jemand unter euch spricht zu ihnen: Geht hin in Frieden, wärmt euch und sättigt euch! ihr gebt ihnen aber nicht das für den Leib Notwendige, was nützt es? So ist auch der Glaube, wenn er keine Werke hat, in sich selbst tot. Es wird aber jemand sagen: Du hast Glauben, und ich habe Werke; zeige mir deinen Glauben ohne Werke, und ich werde dir aus meinen Werken den Glauben zeigen. Du glaubst, dass [nur] einer Gott ist? Du tust recht; auch die Dämonen glauben und zittern. Willst du aber erkennen, o eitler Mensch, dass der Glaube ohne die Werke nutzlos ist? Ist nicht Abraham, unser Vater, aus Werken gerechtfertigt worden, da er Isaak, seinen Sohn, auf den Opferaltar legte? Jakobus 2,14-26

Jak 2,17

So ist auch der Glaube, wenn er keine Werke hat, in sich selbst tot.

Praktisch ausgedrückt: Wenn jemand krank ist und ich glaube, dass Gott heute heilt, der Person jedoch einfach Frieden wünsche und einen schönen Tag, anstatt zu handeln uns sie zu heilen, dann interpretiert die Schrift dieses Handeln, als toten Glauben. Also kein Glauben. Oder unwirksamer Glauben. Der lebendige Glauben würde und vor allem kann handeln und die Situation verändern. Den Mangel beheben. Glauben ist dazu da, den Mangel, egal in welcher Form zu beheben. Ob gesundheitlich, ob charakterlich, ob materiell. Glaube behebt Mangel. Wenn kein Werk vorhanden ist, wenn der Mangel nicht behoben wird, weil es nicht möglich ist, dann ist dies ein gutes Indiz, dass mein Glaube nicht lebt. Hier gibt es (Gott sei es gedankt) keine Verdammnis, aber es ist eine Einladung, die eigene Befindlichkeit wahrzunehmen.

Ja diese Stelle spricht auch Armut an und weist uns darauf hin, dass unser Glaube an Gott, allgemein, also an seine Liebe, an sein barmherziges Wesen auch in uns Frucht bringt. Wir werden unserem Herrn immer ähnlicher und hierzu gehört eindeutig seinen Charakter immer mehr in uns Gestalt annehmen zu lassen. Wir sehen ihn und werden wir er. Er erbarmt sich über Arme, er leidet mit, er sieht nicht was vor Augen ist, Jesus hat Niemanden begünstigt, da er nicht seinen Vorteil suchen musste (Jakobus 2,1ff). Er war von seinem Vater abhängig, er konnte unabhängig lieben und sich kümmern. Wir lieben und können wahrhaftig lieben und handeln, weil er uns ganz konkret liebt, mit allem was dazu gehört. Hierzu an anderer Stelle mehr.

Aber es doch auch darauf hingewiesen, dass unser Herr irdischem Mangel sehr praktisch übernatürlich begegnet, man denke an die Speisung der 5000, aber auch gegenwärtige Geschichten zum Beispiel eine Armenspeisung in Redding. Auch seine Aussagen über die Armen, die das Himmelreich erben, sind in Anbetracht von Jak 2,17 wohl nicht nur auf zukünftige Zeiten zu deuten.

Jak 2,5

Hört, meine geliebten Brüder: Hat nicht Gott die vor der Welt Armen auserwählt, reich im Glauben und Erben des Reiches [zu sein], das er denen verheissen hat, die ihn lieben?

Lk 6,20-21

Und er erhob seine Augen zu seinen Jüngern und sprach: Glückselig ihr Armen, denn euer ist das Reich Gottes. Glückselig, die ihr jetzt hungert, denn ihr werdet gesättigt werden. Glückselig, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen.

Es gibt viel zu erleben und unser Denken muss geweitet und erneuert werden. Der Himmel will sich hier und heute demonstrieren. Die Gemeinde ist gerufen der Armut dieser Welt mit den Ressourcen des Himmels zu begegnen.

Bleibe bei uns. Oh Herr, wir sind oftmals zu träge im Herzen, um alles zu glauben, was deine Propheten, was du selbst uns gesagt hast.

Lukas 24,25

Wir wollen den Glauben Gottes. Dieser spricht und zweifelt nicht in seinem Herzen, sondern glaubt, dass geschieht, was er spricht. Deswegen wird es Realität. Wenn wir also beten und bitten, glauben wir, dass wir es schon empfangen haben, so wird es uns werden.

Markus 11,24

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